Gleich zu Anfang: Sie lernen es alle! Der eine schneller, der andere weniger schnell. Lassen Sie sich nicht verrückt machen, wenn sie zu hören bekommen, der Hund des Nachbarn wäre innerhalb von drei Tagen stubenrein geworden. Solche Wunder gibt es, sie sind aber selten.

Welpen können ihre Blase und den Darm erst mit ca. 12 Wochen kontrollieren. Mit der Erziehung zur Stubenreinheit können sie aber natürlich anfangen, sobald sie den Kleinen zuhause haben.

Wie oft muss ein Welpe raus?

Sie sollten anfangs einen Rhytmus von ca. zwei bis drei Stunden einhalten. Auf jeden Fall sollte der Welpe nach dem Schlafen und Essen hinausgeführt werden. Dabei sollte es wirklich nur um das Geschäftchen gehen, längeres Spazierengehen ist in diesem Alter noch nicht notwendig.
Leider kann es anfangs auch nötig sein, in der Nacht hinauszugehen. Normalerweise gibt sich das aber nach zwei oder drei Wochen, wenn sich der Hund an den Tag-Nacht-Rhytmus gewöhnt hat. Stellen Sie sich am Besten einen Wecker, denn das der Hund sich meldet, kann man in diesem zarten Alter noch nicht erwarten.

Wo sollen wir hingehen?

Wenn Sie einen Garten Ihr Eigen nennen, ist dies natürlich der bequemste Weg. Überlegen Sie sich aber, ob der Hund sich auch später im Garten lösen darf. Wenn nicht, dann sollten Sie dies von Anfang an vermeiden.
Ideal ist ein ruhiges Stückchen Wiese, wo möglichst wenig Passanten, Verkehr oder sonstige spannende Dinge zu sehen sind. All dies lenkt den kleinen Hund nur ab und er vergisst vor lauter Aufregung, dass er eigentlich muss. Mit der Zeit wird der Hund den Platz mit dem Lösen verbinden und es gezielt dort machen. Sollte der Welpe sich aber sichtbar unwohl auf dem Stückchen Wiese fühlen, dass Sie ausgesucht haben, sollten Sie es an einer anderen Stelle versuchen. Vielleicht hat an der ursprünglichen Stelle ein anderer Hund sein Revier markiert, es gibt irgendein Geräusch, dass den Welpen irritiert oder ihm gefällt der Untergrund nicht.
Sie können den Hund ruhig bis zum Löseplatz tragen. Viele Welpen haben noch viel Angst vor der ungewohnten Umgebung und möchten ihr sicheres Nest nicht verlassen. Das ist ganz normal und wird sich mit der Zeit geben. Wenn Sie den Hund auf dem Arm haben, kann übrigens das auch verhindern, dass der Hund, kurz bevor Sie das Haus verlassen, doch noch sein Pfützchen drinnen macht.
Wenn der Hund sich dann draußen löst, sollte er belohnt werden. Ein besonders geliebtes Leckerli ist jetzt genau richtig. Auch viel Lob und Freudesausbrüche Ihrerseits finden viele Hunde ganz toll. Sie sollten aber aufpassen, ob Ihr Hund das wirklich als Belohnung auffasst. Manche Welpen sind draußen noch so angespannt, dass ein plötzliches Aufkreischen des eigenen Herrchens eher für Irritation sorgt.

© 123RF / brusnik

Was, wenn der Hund drinnen macht?

Die meisten Welpen hinterlassen das ein oder andere Malheur. Beseitigen Sie dies einfach kommentarlos und behandeln Sie den Fleck mit geruchstilgenden Putzmitteln. Bitte niemals den Hund anschreien oder ihn gar mit der Nase in sein Geschäft tunken. Der Hund kann seine Handlung und die des Menschen nicht miteinander verknüpfen.

Wie erkenne ich, ob mein Welpe mal muss?

Anfangs ist das oft schwer zu erkennen, viele Welpen lassen es einfach laufen. Mit der Zeit können Sie jedoch erkennen, dass Ihr Hund leichte Signale gibt. Manche drehen sich im Kreis, schnüffeln intensiv an einer Stelle, gucken Sie auffordernd an, winseln leise oder setzen sich sogar vor die Tür. Es kann aber dauern, bis sich solche Rituale eingebürgert haben. Und es gibt Hunde, die dermaßen schwache Signale senden, dass sie für den Menschen einfach nicht erkennbar sind.

Welche Hilfsmittel für die Stubenreinheit gibt es?

Eine Möglichkeit zum Erlernen der Stubenreinheit in der Nacht ist es, den Hund an eine Hundebox zu gewöhnen und diese nachts zu schließen. Hierfür muss der Welpe langsam an die Box gewöhnt werden, daher ist es keine Methode für die erste Nacht. Wenn Ihr Hund vom Züchter stammt, können Sie sich schon vor der Abholung erkundigen, ob der Züchter vielleicht auch schon mit Boxen arbeitet.
Ansonsten gibt es auch Welpentoiletten, die ähnlich wie Katzentoiletten funktionieren. Sie sind allerdings nicht mit Streu, sondern mit einer saugfähigen Unterlage ausgelegt. Sie sollten möglichst in der Nähe der Haustür oder auf der Terrasse aufgestellt werden, damit sich der Welpe nicht daran gewöhnt, in die Wohnung zu machen. Gerade für Menschen, die in oberen Stockwerken leben und nicht so schnell vor die Tür kommen, kann so eine Welpentoilette aber in den ersten Wochen Sinn machen.
Im Handel gibt es zudem sogenannte Urin-off-Sprays. Diese können an Stellen gesprüht werden, an denen der Hund sich auf keinen Fall lösen soll. Viele Welpen gewöhnen sich nämlich relativ schnell an einen bevorzugten Platz. Wenn dieser dann auch immer noch nach ihnen riecht, möchten sie dort immer wieder hinmachen. Das Spray neutralisiert den vorhandenen Urin-Geruch.

Mein Welpe wird einfach nicht stubenrein

Wenn es so gar nicht klappt, obwohl Sie regelmäßig rausgehen, sollten Sie Ihren Hund einmal beim Tierarzt vorstellen. Manchmal stecken Blasenentzündungen oder organische Ursachen dahinter, wenn ein Hund auch nach Monaten noch nicht stubenrein werden möchte.

Wird Ihr Hund rückfällig, war er also schon einmal ganz oder beinahe stubenrein und macht plötzlich wieder ins Haus, macht es Sinn, mit der Erziehung zur Stubenreinheit nochmal ganz von vorne anzufangen. Ein kleiner Trost ist, dass es dann meist schneller geht als beim ersten Mal.

 

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