Hunde-Lexikon

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Auch in der Hundewelt gibt es einige Fachbegriffe, mit denen ein Hundeneuling nicht viel anfangen kann. In diesem Hundelexikon möchte ich einige häufig erwähnte Stichworte erklären. Da dies eher eine Seite für private Hundehalter ist, gehe ich auf Züchter- und Austellungsbegriffe nicht so sehr ein.

Agility

Agility ist die bekannteste Variante des Hundesports. Dabei laufen Hund und Halter zusammen einen Parcours. Der Halter läuft nur nebenher und gibt Kommandos, während der Hund diverse Hindernisse wie z. B. eine Wippe oder einen Tunnel bewältigen muss. Und dies in möglichst kurzer Zeit und möglichst fehlerlos.

Nicht alle Hunde sind dafür geeignet. Von Natur aus eher schwerere Rassen wie z. B. der Neufundländer sind körperlich nicht in der Lage, auf Dauer so einen Sport auszuüben. Davon abgesehen sollte jeder Hund tierärztlich untersucht werden, bevor mit dem Training begonnen wird, da auf Dauer die Gelenke sehr beansprucht werden.

Ansonsten haben viele Hunde (und Menschen) große Freude an Agility. Und manche Rassen benötigen aufgrund ihrer Bewegungsfreude fast zwingend so eine Auslastung (z.B. Border Collies, Australian Sheperds).

Begleithund

Besucht man mit seinem Hund eine Hundeschule, kann man dort nach einigen Kursen die sogenannte Begleithundprüfung absolvieren. Bei dieser wird von Prüfern gewertet, ob der Hund die verschiedenen Grundkommandos beherrscht. Dazu gehören u.a. "Sitz", "Platz", "Fuß" und "Komm". Es werden aber auch praktische Situationen nachgestellt, wie z. B. das Laufen durch eine Gruppe oder das Vorbeigehen an anderen Hunden.

Die Begleithundeprüfung ist Vorraussetzung für viele Wettkämpfe oder Turniere, z.B. im Agility oder Obedience.

Chippen

Chippen ist die neumodische Art des Tätowierens. Beim Chippen wird dem Hund ein kleiner Mikrochip unter die Haut (meist an der Schulter) gespritzt. Darauf ist eine Nummer gespeichert, die den Code des behandelnden Tierarztes enthält. Der Chip kann mit Hilfe eines Lesegerätes gelesen werden. Und somit kann der Hund seinem Besitzer zugeordnet werden.

Chippen ist für den Hund schmerzfrei. Es ist unbedingt empfehlenswert, seinen Hund chippen zu lassen, um ihn im Falle, dass er einmal wegläuft, schneller wiederzufinden. Außerdem ist es seit 2004 Pflicht, dass ein Tier, dass sich über EU-Grenzen bewegt, gechippt ist.

Mit Hilfe des Chips können Sie Ihr Tier bei mehreren Tierschutz-Organisationen kostenlos registieren lassen. Diese helfen Ihnen im Verlustfall, Ihr Tier schnellstmöglich wiederzufinden, z.B. Tasso und das deutsche Haustierregister.

Halti

Ein Halti ist ein spezielles Kopfgeschirr für Hunde, an dem die Leine statt an Halsband oder Laufgeschirr befestigt wird. Es sieht auf den ersten Blick aus wie ein Maulkorb und erinnert stark an ein Pferdegeschirr.

Es wird bei Hunden eingesetzt, die stark an der Leine ziehen. Der Hund kann sich hierbei nämlich nicht gegen die Leine stemmen, weil dann sein Kopf zur Seite gezogen wird.

Die richtige Anwendung eines Haltis lässt man sich am Besten von einem Hundetrainer zeigen. Die meisten Hunde brauchen einige Zeit, um sich ans Halti zu gewöhnen. Um es mit etwas Positivem zu verbinden, sollte man den Hund langsam und mit Leckerlis an das Halti gewöhnen.

Der Mensch darf außerdem nicht zu stark oder abrupt an der Leine ziehen, da der Ruck direkt auf die Halswirbelsäule des Hundes einwirkt.

Kupieren

Als kupieren bezeichnet man das Abtrennen oder Kürzen von Schwanz und Ohren. Dies wird meist bereits im Welpenalter gemacht und diente früher z. B. bei Jagdhunden dazu, dass sich der üppige Schwanz nicht im Unterholz verfangen konnte. Heute ist diese Praktik völlig unnötig und glücklicherweise in Deutschland laut Tierschutzgesetz verboten.

Schleppleine

Die Schleppleine wird gerne in der Erziehung von Hunden eingesetzt, die beim Spazierengehen weglaufen und nicht freiwillig wieder kommen. Aber auch bei jagenden Hunden findet sie Verwendung.

Die Schleppleine ist im Gegensatz zur normalen Leine sehr lang (10 Meter sollten es schon sein). Der Hund soll damit erstmal das Gefühl von Freiheit haben. Entfernt er sich aber und kommt nicht zurück oder läuft plötzlich los, weil er einen Hasen gesehen hat, hat der Hundeführer durch die Leine immer noch die Kontrolle und kann den Hund stoppen.

Natürlich soll die Verwendung der Schleppleine dazu führen, den Hund irgendwann ganz frei laufen lassen zu können.

Eine klassische Übungssituation: Der Hund hat sich einige Meter vom Hundeführer entfernt und wird gerufen. Kommt er, erhält er eine Belohnung und ein großes Lob, kommt er nicht, wird er konsequent an der Leine herangeholt. Irgendwann begreift er, dass freiwillig kommen viel angenehmer ist und wird das dann hoffentlich auch ohne Schleppleine machen.

Sozialisierung

Unter Sozialisierung versteht man, dem Hund Gelegenheit zu geben, sich unter seinen Artgenossen zurechtzufinden. Unter Hunden gelten eigene Gesetze und Verhaltensweisen, die ein junger Hund erst lernen muss. Eine gewisse Erziehung bekommt er bereits bei seiner Mutter und seinen Geschwister. Aber auch danach muss er Kontakt mit möglichst vielen Artgenossen bekommen, um seinen Platz in einer Hundegruppe zu finden und zu lernen, wie er sich zu verhalten hat.

Dies kann er nur lernen, wenn Sie ihm Gelegenheit geben, mit anderen Hunden zu spielen, zu rangeln und zu kommunizieren. Hunde, die immer nur an der Leine schnell an ihren Artgenossen vorbeigezerrt werden, entwickeln irgendwann eine Verhaltensstörung und werden agressiv oder überängstlich.

Eine schöne Gelegenheit, Welpen zu sozialisieren, sind Welpenspielstunden in Hundeschulen. Dort wird unter Aufsicht gespielt und gelernt, das macht Hund und Mensch viel Spaß.

Stammbaum

Der Stammbaum ist sozusagen die Ahnentafel eines Rassehundes. Dort sind die Eltern, Großeltern und Urgroßeltern mit Namen und Titel verzeichnet. Der Stammbaum soll also die Reinrassigkeit und Zuchttauglichkeit eines Hundes und seiner Vorfahren dokumentieren.

Tätowierung

Beim Tätowieren wird dem Hund (meist im Welpenalter) eine Nummer ins Ohr tätowiert. Dies geschieht bei Rassehunden oft schon beim Züchter, der die Zuchtbuchnummer tätowieren lässt.

Diese Nummer kann man bei mehreren Organisationen (tasso, Deutsches Haustierregister) registrieren lassen, um den Hund im Verlustfall schneller wiederzufinden.

Zur Identifikation Ihres Hundes genügt es jedoch, wenn Sie ihn chippen lassen. Da Tätowierungen im Laufe eines Hundelebens verblassen können, sollten Sie dies auch machen, wenn der Hund schon tätowiert ist.

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